Der Abschlussbericht war noch nicht veröffentlicht, da wussten die „Freien Bauern“[1] schon, was die Beteiligung ihrer Berufskollegen in der Zukunftskommission Landwirtschaft ZKL war: „Ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich engagiert haben.“ Es wird gestritten in der Landwirtschaft und über sie. Ab jetzt allerdings auf ganz neuer Grundlage, denn die von der Bundesregierung einberufene Zukunftskommission hat wirklich eine Vision vorgelegt. Von Florian Schwinn.
Gegründet wurde das Gremium nach einem „Agrargipfel“ mit vierzig Organisationen bei der Kanzlerin. Der war eine Reaktion auf die Bauernproteste 2019. So weit, so üblich in der Politik: Wir haben ein Problem, wir machen was: eine Arbeitsgruppe! Zwischen deren Verabredung und Einsetzung vergeht dann noch ein gutes halbes Jahr, weil die Landwirtschaftsministerin an politischer Prokrastination leidet, also an pathologischer Verdrängungssucht – und dann geht’s auch schon los. Umso erstaunlicher, dass sich die Kommission aus dreißig Vertreterinnen und Vertretern der unterschiedlichsten Interessen nach einem Jahr Detailarbeit wirklich auf ein gemeinsames Abschlussdokument einigen konnte.

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