Judith Sevinç Basad empört sich – und stemmt sich vehement gegen die sich aufgeklärt wähnende Meinungsmache, gegen Denkverbote und Unschärfen in den Argumenten einer selbsternannten kulturellen Elite. Ist es denn, genau betrachtet, wirklich so, dass die „Privilegierten“ den sozialen Aufstieg von Migrantenkindern verhindern? Kann es sein, dass eine selbsternannte Elite bestimmt, wie sich unsere Sprache entwickelt und welche Filme wir sehen dürfen? Ist es im Kampf gegen Rassismus mit der Entmachtung des „alten weißen Mannes“ getan? Judith Sevinç Basad stellt in ihrem Buch „Schäm dich – Wie Ideologinnen und Ideologen bestimmen, was gut und böse ist“ unangenehme Fragen und warnt vor den vermeintlich couragierten Kriegern für eine bessere Welt. Ein Auszug.
Im Januar 2020 warf mir die Antirassismus-Aktivistin Jasmina Kuhnke auf Twitter vor, dass ich mich nicht über Rassismus äußern dürfe, weil ich »privilegiert« sei. Der Grund: Meine Haut sei »zu weiß« und mein Name zu deutsch. Ein anderer User forderte mich dazu auf, Reparationsleistungen an die Autorin Sibel Schick zu zahlen, weil sie türkische Wurzeln hat – also Rassismus erfährt – und ich aufgrund meiner Hautfarbe zum ausbeuterischen Westen gehören würde.

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