Die Welt schaut entsetzt auf Myanmar: Ein Militärputsch, die Führer einer demokratisch gewählten Regierung wurden verhaftet. Suu Kyi, Staatspräsident Win Myint sowie viele andere Regierungsmitglieder sitzen seit dem 1. Februar im Gefängnis. Seit nunmehr drei Monaten gibt es landesweite Proteste und Streiks. Bereits 800 Menschen wurden erschossen, weil sie gegen den Militärputsch auf die Straße gegangen sind. Von Marco Wenzel.
Eine Armee, die sich wie eine fremde Besatzungsmacht verhält, die mit scharfer Munition und mit schweren Waffen, Maschinenpistolen und Granaten auf die Zivilbevölkerung schießt, ja sie sogar mit ihren Jagdflugzeugen bombardiert und in den Dschungel oder über die Landesgrenzen treibt, hat in Myanmar die Macht ergriffen. Mehr als dreitausend Menschen, darunter Politiker, Aktivisten und Journalisten, einige der bekanntesten Sänger, Filmstars und Künstler des Landes, wurden aufgrund von fadenscheinigen Anklagen verhaftet oder mit Haftbefehl gesucht. Nächtliche Ausgangssperren, verbunden mit Razzien auf der Suche nach Aktivisten und Putschgegnern, Verhängung des Kriegsrechts, Abschalten des Internets und der Telefonverbindungen. Todesurteile werden ohne Gerichtsprozess in Abwesenheit der Angeklagten verhängt. Die Wirtschaft liegt am Boden, die Banken sind geschlossen, ausländische Investoren suchen das Weite und brechen ihre Projekte im Land ab. Dem Land droht demnächst eine Hungersnot.
