Schauspieler erntet Kritik. „Mein Held“: Plötzlich postet Til Schweiger ein Foto mit einem Corona-Schwurbler“ – so lautet die Überschrift eines prominent platzierten Artikels auf Focus Online. Sieht so etwa ein objektiver Nachrichtenjournalismus aus? Nein, so sieht es aus, wenn unter dem Deckmantel „Journalismus“ Stimmungs- und Meinungsmache betrieben wird. Gerade lässt sich wieder beobachten, wie Medien eine Empörungswelle anstimmen und Journalismus auf eine ziemlich schamlose Weise instrumentalisieren. Dieses Mal soll der Schauspieler Til Schweiger von der Welle weggespült werden. Der Grund: Er hat sich einen „falschen“ Helden gesucht, meinen Medien. Dabei hat Schweiger auf seine Art und Weise auch nur das getan, was im Journalismus von heute die Regel ist – er hat seine sehr subjektive Haltung gezeigt. Ein Kommentar von Marcus Klöckner.
Der Journalismus befindet sich in einem desolaten Zustand. Das pfeifen längst die Spatzen von den Dächern. In früheren Zeiten waren immerhin noch ernsthafte Bemühungen zu erkennen, zumindest im Nachrichtenjournalismus Objektivität vorzutäuschen. Doch längst betreiben viele Journalisten immer schamloser und offensichtlicher eine Stimmungs- und Meinungsmache, die sich an ihrem eigenen Weltbild orientiert.
