Der Anregung eines NachDenkSeiten-Lesers entsprechend baten wir um einen Vergleich der Entwicklung von Haiti und Kuba. Es gab mehrere Angebote. Hier ist der Text von Michael Steinhauser, der sich als erster gemeldet hatte. Steinhauser arbeitet wissenschaftlich im Bereich Entwicklungspolitik. Vielen Dank für die Mühe.
Die Geschichte der beiden Große-Antillen-Staaten gleicht sich auf verblüffende Weise und ist doch ab dem 19. Jahrhundert grundverschieden. In beiden Staaten wurde die ursprüngliche Kultur der Taino, ab der beginnenden spanischen Kolonisierung im Jahr 1493, so gut wie zerstört. Viel zu wertvoll waren die üppigen Ertragsmöglichkeiten durch den Anbau von Kaffee, Zucker und Hölzern den spanischen Besatzern. Bereits Mitte des 16. Jahrhunderts war die native Bevölkerung der beiden Inseln fast ausgerottet. Aus gutem Grund wird sich heute kaum ein Bewohner Kubas oder Haitis, ganz im Gegenteil zum lateinamerikanischen Festland, als Mestize bezeichnen.

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