Am Dienstag wurde im Prozess gegen den Journalisten Craig Murray das Strafmaß verkündet. Die NachDenkSeiten haben in der Vergangenheit des Öfteren Übersetzungen von Craig Murrays Texten veröffentlicht. Er wurde wegen „Missachtung des Gerichts“ verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, in seiner Berichterstattung über die Verteidigung im Prozess gegen den früheren Regierungschef Schottlands, Alex Salmond, die „Puzzlestück-Identifizierung“ von Zeugen möglich gemacht zu haben. Das Urteil stieß auf scharfe Kritik von Journalisten, die sagten, dass hier ein weiterer Regierungskritiker mundtot gemacht werden solle. Craig Murray ist für seine detaillierte Berichterstattung im Assange-Verfahren bekannt und er ist als Zeuge im spanischen Prozess gegen die Firma, welche Assange jahrelang in der ecuadorianischen Botschaft ausspionierte, bestellt. Er wird nun aber nicht nach Madrid reisen können, weil ihm das Gericht auch seinen Reisepass wegnahm. Eine kurze Zusammenfassung von Moritz Müller.
Im März 2020 wurde der ehemalige Erste Minister Schottlands, Alexander Salmond, von einem Geschworenengericht in allen Fällen der sexuellen Belästigung und versuchter Vergewaltigung für nicht schuldig befunden. Craig Murray nahm an zwei Verhandlungstagen teil und hatte ausgiebig über das nichtöffentliche Verfahren gegen Salmond berichtet und wie dieser die Vermutung geäußert, dass es zu Absprachen zwischen Zeugen, der schottischen Nationalpartei SNP und Regierungsbediensteten gekommen sei, um Salmond gezielt zu diskreditieren. Das Verfahren gegen Salmond sei politisch motiviert, da er in der Frage der schottischen Unabhängigkeit einen viel radikaleren Kurs verfolgt habe als seine Nachfolgerin Nicola Sturgeon.
