Dass Machthaber gern „durchregieren“ und ihre Befugnisse erweitern, mag menschlich verständlich sein; weniger nachvollziehbar ist, dass die Unterworfenen — also wir Bürger — mehrheitlich geradezu verliebt zu sein scheinen in die Ketten, die man ihnen angelegt hat. Wir kennen solche kollektivpsychologischen Phänomene unter Bezeichnungen wie „Stockholm-Syndrom“ oder „Identifikation mit dem Aggressor“. In der Vergangenheit haben wir aber wohl gedacht, uns selbst könnte das nicht ernsthaft — noch einmal — passieren. Bei näherem Hinsehen erkennen wir aber, dass das derzeitige Massenphänomen des dressierten und allzu leicht dressierbaren Bürgers psychologisch schon lange vorbereitet worden war. Entwurzelte, sich selbst und ihren Gefühlen entfremdete Konsumenten und Produzenten in einer gewaltigen Megamaschine fanden neue Geborgenheit in einem gesellschaftlichen Ganzen: durch ein gemeinsames Ziel — die Bekämpfung des Virus — und den vereinten Hass auf einen Gegner — die Ungeimpften.

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