Ein Jahr Krise hat uns an den Punkt gebracht, der klarmacht, dass wir die Lehren, denen wir uns verpflichtet fühlten, als Gesellschaft nicht mehr in uns tragen. Vergessen scheint, dass der Faschismus nicht über Nacht kommt, sondern auf leisen Sohlen, Schritt für Schritt. Vergessen scheint, dass den Anfängen zu wehren nicht bedeutet, erst aufzustehen, wenn das eigene Leben bedroht ist — sondern dass dies schon viel früher geschehen muss. Vor allem aber scheint vergessen, dass diejenigen nur allzu oft Recht behalten, die jene Anfänge benennen. Zu Grabe tragen wir die Demokratie, wenn wir diese Wachsamkeit stigmatisieren und verschreien. Wenn wir die Vergangenheit nicht mehr ernst nehmen, sind wir dazu verurteilt, sie zu wiederholen.

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