Die gesamten Corona-Maßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen stehen und fallen mit dem Inzidenzwert. Liegt er unter einem Schwellenwert, darf gelockert werden, übersteigt er einen anderen Schwellenwert, muss die „Notbremse“ gezogen werden. Dabei wird nicht mehr hinterfragt, was dieser Inzidenzwert eigentlich aussagt. Das ist fahrlässig und töricht, da diese Größe willkürlich und nicht geeignet ist, um mit ihr derart schwere Eingriffe in die Gesellschaft zu rechtfertigen. Von Jens Berger
Als Corona vor einem Jahr noch ein neues Thema war, begründeten Politik und Epidemiologie die Maßnahmen damit, man müsse das Gesundheitssystem vor dem drohenden Kollaps retten. „Flatten the curve“, hieß damals das politische Mantra. Die Schreckensszenarien der Politik-Berater Drosten („Mehr als eine Million zusätzliche Intensivpatienten“) und Meyer-Herrmann („Hunderttausende Intensivpatienten innerhalb weniger Monate“) traten jedoch nicht ein. Bis heute drohte dem Gesundheitssystem zu keinem Moment auch nur annähernd der Kollaps.
