Der Verstand ist wertvoll, aber er versteht nicht alles. Dies gilt für die aktuelle Coronakrise nicht minder. Auch wer sich für einen rationalen Menschen hält, wiegt sich bisweilen in der Hoffnung, die Kunst könne — in welcher Form auch immer — auf den Plan treten und diese gegenwärtige Wüste fruchtbar machen. Sie könne zumindest Trost spenden oder die Situation möglicherweise metaphorisch aufladen. Wer diese Sehnsucht in sich trägt, muss sich derzeit auf eine lange Wüstenwanderung gefasst machen. Doch ab und zu stößt man auf eine Oase. Ein großartiges Beispiel dafür stellt die 1985 mit dem bedeutenden „Ingeborg-Bachmann-Preis“ ausgezeichnete Erzählung „Die Wasserfallfinsternis von Badgastein“ des Schweizer Schriftstellers Hermann Burger dar. Darin wird im Moment der Katastrophe eine verschollene Symphonie Franz Schuberts entdeckt.

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