Der Mord von Idar-Oberstein wird politisch bis aufs Gerippe ausgeschlachtet. Er ist eine politische Goldgrube für alle, die es kaum erwarten konnten, Querdenkern und Konsorten endlich den Terroristen-Stempel aufzudrücken. Im Frühjahr bemühte Söder bereits einen Vergleich mit der „Rote Armee Fraktion“ (RAF). Ob wirklich eine Verbindung des Täters zu Querdenken besteht, spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Was nicht passt, wird passend gemacht. Einfach Zusammenhänge „herbeischwurbeln“, wo gar keine sind — genau das, was man der Gegenseite gerne vorwirft —, und am Ende wird das hängenbleiben, was man „dem Gegner“ anlasten möchte. Was dabei völlig auf der Strecke bleibt: die Würde des Getöteten, wegen dem man ja angeblich so bestürzt ist. Die Instrumentalisierung dieser Mordtat liefert ein Paradebeispiel für zahlreiche Phänomene, die sich in der neuen Normalität zuspitzen.

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