Wie wurde in westdeutschen Medien die Überlegenheit „unseres“ System gegenüber dem totalitär-sozialistischen der DDR beschworen! Wie wird immer noch an diesem Narrativ festgehalten, bei Wiedervereinigungsjubiläum und in pseudo-historischen Advents-Vierteilern! Und jetzt? Was ist vom stolzen Westen und seinem Freiheitspathos geblieben? Reiseverbote, gleichgerichtete Medienbeschallung, eine erratisch agierende, verknöcherte, von der Realität abgekapselte Führungsriege, Karrierevorteile für Linientreue und Nachteile für Wiederborstige … Wo genau liegt also der Unterschied zwischen der neunormalen „Freiheit“ und dem historisch scheinbar überwundenen Despotismus — mal abgesehen von Unterschieden, die eindeutig zugunsten der DDR ausfallen, in der es weder Maskenpflicht noch Ausgangssperren gab? Der Autor skizziert die Entwicklung der letzten 13 Monate und vermag wenig Hoffnung auf eine baldige Befreiung von diesem System eines real existierenden Kapitaschismus zum machen.

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