„Schauen ins eigene Selbst“ — so beschreibt Willigis Jäger die Kontemplation. Die Alltagsreligion im Westen hat mit Mystik nicht viel am Hut — vielleicht auch, weil uns eine tiefe, intime Verbindung zum Selbst unabhängiger machen würde von geistlichen und weltlichen Autoritäten. Insbesondere kennzeichnet den christlichen Kulturkreis ein Defizit an spirituellen Übungen — ob Körper-, Energie- oder Meditationsübungen. Der Gegensatz zwischen aktivem und kontemplativem Leben ist vielen noch geläufig; unter dem Druck der ökonomischen Verhältnisse hat sich aber ein starkes Übergewicht der auf Effizienz ausgerichteten Aktivität herausgebildet. Reflexion, Besinnung, Konzentration, Versenkung kommen zu kurz — mit schwerwiegenden Folgen für die geistige Verfassung der Einzelmenschen wie auch der Gemeinschaft.

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