Die Affäre um „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt offenbart Heuchelei auf allen Seiten. Der aktuelle „Konflikt“ zwischen den beiden hochproblematischen Medien „Spiegel“ und „Bild“ sollte außerdem nicht von deren Einigkeit auf vielen Feldern der Politik ablenken. Von Tobias Riegel.
Die „Bild“-Zeitung und der „Spiegel“ sind zwei einflussreiche und problematische Medien. Wenn diese beiden Medien sich nun einen öffentlichen Hahnenkampf liefern – was ist das dann? Eine gute Nachricht, weil es ein Beweis dafür ist, dass sich die großen Medien entgegen der Beobachtung doch gegenseitig kritisieren und dadurch kontrollieren? Oder ist der aktuelle Vorgang nur eine unterhaltsame Simulation einer solchen Kontrolle, durch die viel größere Missstände und auch inhaltliche Überschneidungen verdeckt werden – ähnlich wie bei den öffentlichen Krokodilstränen des „Spiegels“ anlässlich der Relotius-Fälschungen? Dazu hatte Albrecht Müller geschrieben:

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