Wenn man „das System“ derzeit nicht einfach abschaffen kann, könnte man sich ihm nicht zumindest entziehen? Träume von einer Aussteiger-Kommune auf dem Land, wo man dem Konsum- und Arbeitszwang entrinnen und das Gegenmodell eines menschengerechten Daseins leben kann, gibt es schon sehr lange. In Corona-Zeiten, in denen die Stimmung speziell in den Ballungsräumen teilweise unerträglich geworden ist, haben solche Pläne und Visionen Hochkonjunktur. Anregung holt man sich dafür am besten von Projekten, wo „es“ bereits funktioniert. Die „Ackerpiraten“ leben weitgehend autark, und das bedeutet für sie vor allem eines: Freiheit. Der Geldbedarf ist geringer, und auch entfremdete Supermarkt-Einkäufe können reduziert werden. Menschen lernen, sich durch Selbermachen aus der Abhängigkeit von diversen „Experten“ und Herstellern zu befreien. Schon das ist Piraterie, denn die Gruppierung beraubt das System eines Teils seiner Macht. Der Autor war zu Besuch und überaus angetan von Brot, Gemüse und dem dort herrschenden „Spirit“.
