Die Journalistin Judith Sevinç Basad hat ein Buch über Identitätspolitik geschrieben, das es in sich hat. Man spürt bei der Lektüre: Die Autorin ist echt sauer und schreibt sich etwas von der Seele. Und das vollkommen zu Recht. Sie bietet ihren Lesern eine wahre Fundgrube an Absurditäten der Identitätspolitik. Nach der Lektüre weiß man: Identitätspolitik ist nicht einfach nur eine Spinnerei von verwöhnten Wohlstandskindern, sondern eine gefährliche Ideologie, die eine Gefahr für die Demokratie ist. Udo Brandes hat das Buch für die NachDenkSeiten gelesen.
Sahra Wagenknecht verwendet in ihrem kürzlich erschienenen Buch „Die Selbstgerechten“ (siehe dazu auch unsere Rezension) den Begriff der „Lifestyle-Linken“ für das akademisch gebildete, urbane linksliberale Milieu. Basad spricht in ihrem Buch noch zugespitzter von „Social-Justice-Warriors“ (= Kriegern für soziale Gerechtigkeit). Dieser Begriff sei in den 2010er Jahren entstanden, weil Aktivisten an den amerikanischen Unis immer aggressivere Methoden anwandten, um ihre Theorien in die Praxis umzusetzen. Veranstaltungen mit unerwünschten Rednern wurden gesprengt, Kritiker niedergebrüllt, Events organisiert, bei denen Menschen nach Hautfarbe sortiert wurden, oder Professoren wurden als Menschenfeinde diffamiert und ihre Entlassung gefordert, wenn diese sich gegen die Theorien der Social-Justice-Warriors aussprachen. Also das ganze Programm, was wir inzwischen auch in Deutschland von A bis Z kennen.

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