Es sind die Kleinigkeiten eines immer mehr sich verdüsternden Alltags, die uns mitunter mehr zu schaffen machen als die „große“ Politik. Irreführende Statistiken, verängstigte Nachbarn, verhinderte Gartenfeste und Konzertbesuche, der Konformismus der Anständigen und das selbstgerechte Eindreschen auf Andersdenkende, das Sterben der Läden und die Geburt einer neuen Form von Totalitarismus. Man muss über all das nicht verzweifelt sein; wenn man noch selbständig denken und gesund fühlen kann, ist es jedoch sehr schwer, einer düsteren Grundstimmung zu entgehen. Nein, dieses „freie“ Land ist nicht die DDR — es ist in vieler Hinsicht schlimmer.

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