Wer hätte Ende 2019 vorhergesehen, was schon bald danach auf Deutschland und die Welt zukam? Wer hätte damals gedacht, dass auch volle zwölf Monate nach Ausrufung der „epidemischen Notlage nationaler Tragweite“ diese um ― vorerst ― weitere drei Monate verlängert wird? Pauschal zu behaupten, dass damit niemand rechnen konnte, halte ich nach der Lektüre von Paul Schreyers „Chronik einer angekündigten Krise“ jedoch für höchst fraglich. Und damit sind wir bei einer der zentralen Fragen der Gegenwart angelangt: der Wahrnehmung der Realität. Verändert diese unsere Meinung, oder ist es eher umgekehrt?

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