Neben dem Kohleausstieg bedarf es eines Militärausstiegs, um die Bedrohung für die Zivilisation abzuwenden. Da zu abrupte Lösungen die Fähigkeiten der Menschen, den Wandel zu gestalten, überfordern können, sind präzise und realisierbare Zwischenschritte wichtig. Das Konzept ‘Sicherheit neu denken‘ der evangelischen Landeskirche in Baden kann dabei konstruktiv und hilfreich sein. Von Bernhard Trautvetter.
Immer offensichtlicher bietet der Militärsektor keine Sicherheit, auch wenn er mit dem Begriff ‘Sicherheitspolitik’ reingewaschen wird. Die Mächtigen lenken vom Militär als Klimaschädiger ab, obwohl seine CO2-Emissionen und sein Ressourcenverbrauch wesentlich zur Gefahr für die Zivilisation beitragen. Das Militär verschlingt nach offiziellen Angaben weltweit im Stundentakt über 230 Millionen US-Dollar. Die circa 2000 Milliarden Jahreskosten des Militärsektors weltweit entziehen der Gesellschaft Unsummen, die da fehlen, wo Menschen Unterstützung brauchen, wo gute und breite Bildung sowie Versorgung, Gesundheit und Naturschutz finanziert werden müssen. Sie schwächen die Menschheit beim Ringen um Zukunft [2]. Das Konzept „Sicherheit neu denken“ räumt mit der Idee einiger Linker und der Grünen auf, dass so genannte humanitäre Interventionen die Chancen auf humanitäre Entwicklungen steigern. [3]
