Die Kulturszene liegt brach. Der Weg auf die Bühne ist derzeit versperrt, viele Münder sind es auch. Neben De-facto-Auftrittsverboten, die nun schon 16 Monate andauern, leidet die kritische Auseinandersetzung von Künstlerinnen und Künstlern mit der Coronapolitik auch unter einer merkwürdigen Scheu der meisten Kulturschaffenden, sich öffentlich und unmissverständlich für Freiheit und Grundrechte, für die vielen Opfer der „Kollateralschäden“ von Maßnahmen einzusetzen. Wer nicht ohnehin die Auffassung von Regierung und eingebetteter Opposition teilt, heuchelt Übereinstimmung — oder schweigt. Die — real durchaus begründete — Angst vor Ausgrenzung und Rufmord, speziell der Stigmatisierung als „rechts“, treibt vorher politisch rege Rebellen ins innere Exil. Die Folge ist, dass sich Künstlerinnen und Künstler durch ihr Schweigen und Mitmachen gegenseitig entmutigen. Es gibt in der Bevölkerung jedoch spürbar eine Sehnsucht nach musikalisch-künstlerischer Aufarbeitung der Coronakrise, nach Liedern, die die Nöte der Menschen widerspiegeln, ihren Protest artikulieren, ihnen Mut machen. Jede Bewegung — man denke etwa an „68“ — hatte einen Soundtrack, hatte Lieder, die den Protest widerspiegelten und zugleich anheizten. Und es gibt eine gute Nachricht: Diese neuen Künstler und Lieder — sie sind da.

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