In Zeiten der Corona-Politik ist die Freiheit zu einem knappen Gut geworden. Der Staat reglementiert nicht nur, wer wann wohin und unter welchen Bedingungen reisen, sondern auch wie viele Menschen er treffen darf. Wenn Politiker heute von „Freiheiten“ sprechen, setzen sie diese mit Privilegien gleich, die der Staat seinen Bürgern gnädigerweise einräumt – wenn sie sich benehmen. Im Jahr 2021 ist es um die Freiheit schlecht bestellt. Wer würde das leugnen? Ihr Untergang wurde während der Corona-Krise lediglich zementiert, zeichnete sich aber schon weitaus früher ab. Diese Meinung vertritt zumindest Raymund Unger, der in seinem neuen Buch «Vom Verlust der Freiheit» den schleichenden Prozess nachzeichnet. Von Eugen Zentner.
Auf 500 Seiten lässt der Künstler und Publizist die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse der letzten sechs Jahre Revue passieren, indem er sich nicht nur mit den drei großen Krisen (Migration, Klima, Corona) auseinandersetzt, sondern auch Mechanismen nennt, die eine „Selbstzerstörung westlicher Gesellschaften“ bedingen. Dazu zählt Unger Phänomene wie das mediale Framing, die Cancel Culture oder die Politische Korrektheit. Für Unger stellen sie Instrumente dar, mit denen ein gewisser Massenzwang erzeugt wird, um geschickt die Agenden von supranationalen Institutionen wie EU, UNO oder WHO umzusetzen.
